Jun 2019

Puuuhhh!

Erneuter Hitzesommer

Noch nie wurde an einem Junitag in Deutschland eine Temperatur von 40 Grad Celsius oder höher aufgezeichnet. Jedenfalls nicht im Schatten.

Noch größere Hitze, gar jenseits der 40er-Marke, gehört in Deutschland historisch betrachtet klar in den Hochsommer. Alle absoluten Rekorde, die an Stationen des DWD gemessen worden sind, fielen auf den Juli und August. Der Spitzenreiter stammt aus dem Jahr 2015: Kitzingen in Mainfranken, 40,3 Grad Celsius.

Diese Spuren hinterlässt die Hitze in der Sterbestatistik
Sommerhitze kann tödlich sein. Das ließ sich gerade in Indien beobachten, als dort Anfang Juni Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius herrschten. Auch in Deutschland registrieren Medizin-Statistiker die Folgen besonders heißer Sommer. In durchschnittlich warmen Jahren verzeichnen die Epidemiologen des zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 1000 hitzebedingte Todesfälle. Auch im vergangenen Jahr starben deutlich mehr Menschen als gewöhnlich, wie RKI-Zahlen belegen.

Der Vergleich der Dürre mit dem vergangenen Jahr
Kennzeichnend für 2018 waren nicht so sehr die früh einsetzenden und lange anhaltenden Sommertemperaturen als vielmehr die Dürre – ein Monat währender Mangel an Niederschlag, der sich schon lange vor dem Sommeranfang abzeichnete. In weiten Teilen Deutschlands hat es im vergangenen Jahr bis in den Dezember hinein kaum oder gar nicht geregnet. Bis heute haben sich vor allem die tieferen Bodenschichten nicht davon erholt. So schlimm wird es in diesem Jahr aber nicht werden, so Andreas Marx vom Umweltforschungszentrum Leipzig.

Extremer Wassermangel herrscht derzeit nur in drei Bundesländern: in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen – und dort auch nur in einzelnen Landkreisen.

Starke Gewitter ändern an der regionalen Trockenheit übrigens nichts. Hingegen steigt die Verdunstung exponentiell mit der Lufttemperatur. Schon bei 30 Grad Celsius gehen pro Quadratmeter fünf Liter am Tag verloren.

Besonders Ältere sind in Gefahr
Lässt die Hitze die Kerntemperatur des Körpers ansteigen, dann gilt für den Organismus eine einfache Faustregel: schon bei knapp einem Grad Celsius mehr nimmt der Blutfluss erheblich zu. Statt fünf muss das Herz dann mehr als acht Liter pro Minute durch den Körper wälzen. Die Hitze wird dann über die Haut durch Schwitzen abgegeben. Fehlt es dem Körper aber an Flüssigkeit, kann die Wärme nicht abtransportiert werden. Dann beginnt Überhitzung. Das betrifft nicht nur Senioren. In einer dänischen Studie zeigte sich in fünf europäischen Staaten, dass sieben von zehn Arbeitern nicht genügend Wasser trinken.

Häufige Todesursache an heißen Tagen sind Nierenversagen und Herzinfarkt, beides wird vor allem durch Austrocknung begünstigt.

Waldbrände zu erwarten
Wie schon das Jahr 2018, das wesentlich mehr Feueralarme brachte als im langjährigen Durchschnitt, wird auch 2019 mit außergewöhnlich vielen Waldbränden in die Statistik eingehen. Auch diesmal ist Brandenburg das gefährdetste Bundesland.

Kommen Sie gut durch den (Hitze) Sommer!
 Lesen Sie auch den nächsten Beitrag "Was tun bei Hitze?"