Jan 2019

Gefahr Mikroplastik

Ob Plastiktüten, Plastikflaschen oder Verpackungen… immer noch wird zu viel Kunststoff achtlos in der Landschaft entsorgt und gelangt so in Flüsse, Seen und Meere. Welche Probleme die zu Mikroplastik zerkleinerten Reste dort verursachen und wie sich der Eintrag reduzieren lässt, daran arbeiten zurzeit zwei Forschungsteams an denen auch das Umweltbundesamt beteiligt ist.

Im Projekt „Mikroplastik im Wasserkreislauf“ – Probenahme, Probenbehandlung, Analytik, Vorkommen, Entfernung und Bewertung soll ein Methodenset entwickelt werden, um Kunststoffe im Wasser besser chemisch und ökotoxikologisch charakterisieren zu können.
Im Projekt „Optimierte Materialien und Verfahren zur Entfernung von Mikroplastik im Wasserkreislauf“ geht es vor allem darum, neue Verfahrenstechniken zu entwickeln, um Mikropartikel verschiedenster Größe und Formen aus Ab- und Niederschlagswasser zurückzuhalten.

Was aber ist eigentlich Mikroplastik?

Als Mikroplastik bezeichnet man kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter 5mm. Man unterscheidet von bewusst erzeugten Mikroplastik Partikeln zu Gebrauchszwecken in Kosmetika, Babywindeln, synthethischer Kleidung usw. und solchen, die durch Zufall von Kunststoffprodukten entstehen. Kunststoffpartikel beiderlei Herkunft verursachen Probleme in der Umwelt, weil sie sehr schwer abbaubar sind und eine ähnliche Dichte wie Wasser aufweisen.

Plastik wird zu einer immer größeren Gefahr für die Umwelt und unsere Gesundheit. Vor allem in den Meeren ist Plastikmüll ein Problem, Fische und Meerestiere sind oft mit Mikroplastik belastet. Wie Wissenschaftler der Heriot Watt Universität in Edinburgh nun herausfanden, nehmen aber auch wir täglich Plastik auf – über unsere Mahlzeiten. Bis zu 68,415 winzige Plastikfasern nehme eine durchschnittliche Person jedes Jahr beim Essen zu sich, berechneten die Forscher. Die Fasern seien potenziell gefährlich.

Über Luft und Staub gelangen winzige Plastikteilchen auf unsere Teller. Dies wiesen Wissenschaftler mithilfe von Petrischalen nach: Sie platzierten Petrischalen mit einer klebrigen Oberfläche in drei verschiedenen Haushalten. Die Schalen wurden während der Mahlzeiten auf dem jeweiligen Esstisch aufgestellt.

Nach den Mahlzeiten, die etwa 20 Minuten dauerten, analysierten die Wissenschaftler die Schalen. Sie fanden bis zu 14 Plastikteile in einer Schale. Auf einem Teller durchschnittlicher Größe müssten bis zu 114 Partikel finden sein, errechneten die Experten.

Wer sich vor den winzigen Plastik-Partikeln schützen will, kann nur versuchen, die eigene Umgebung möglichst plastikfrei zu gestalten.

 

Plastikfrei leben

 

Quellen:
www.uba.de
www.utopia.de
www.fza.de
www.greenpeace.de