Feb 2020

Optimierung der Kläranlage Oschersleben spart langfristig Energie und Kosten

Land Sachsen-Anhalt fördert Investition in Energieeffizienz

Der Trink- und Abwasserverband Börde stellt seinen Mitgliedsgemeinden eine moderne Infrastruktur für die Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung zur Verfügung

Hierzu plant, baut und betreibt der TAV Börde auch entsprechende Kläranlagen wie die Kläranlage in Oschersleben. Diese Anlage wurde in den Jahren 2000 und 2006 mit einer Ausbaugröße von 46.000 EW als simultane aerobe Stabilisierungsanlage in wesentlichen Teilen erneuert und umgebaut. Die derzeitige Auslastung der Kläranlage liegt bei ca. 33.000 EW. Der anfallende Klärschlamm wird derzeit mit Hilfe einer mobilen Schlammentwässerungs- anlage auf bis zu 21 % Trockensubstanzgehalt entwässert und dann landwirtschaftlich verwertet.

Um auf der KA Oschersleben die im Klärschlamm gespeicherte Energie besser nutzen und zukünftig Strom für den Eigenbedarf erzeugen zu können, sowie eine eigene Klärschlamm- entwässerung zu errichten, soll das Klärverfahren umgestellt werden. Es werden ein Vorklärbecken zur Abscheidung des Primärschlamms, ein Schlammspeicher, zwei Faulbehälter, sowie ein Betriebsgebäude mit Maschinen zur Schlammeindickung und Schlammentwässerung errichtet. Das anfallende Klärgas (ca. 600 cbm Methan pro Tag) wird in einem Membranzwischen- speicher gepuffert und dann in einem Blockheizkraftwerk (Gasmotor und Wärmetauscher) verbrannt und in Elektro- und Wärmeenergie umgewandelt. Damit können 50 kW elektrische Leistung und 84 kW thermische Leistung erzeugt werden. 

Eine in 2018 durchgeführte Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass grundsätzlich eine wirtschaftliche Realisierungsmöglichkeit des Konzeptes gegeben ist, wenn das Vorhaben gefördert wird. Die Förderung in Höhe von 1,767 Mio € wurde im Dezember 2019 vom Land Sachsen-Anhalt zugesagt. Die Gesamtbaukosten sind mit 4,244 Mio € veranschlagt. 

Die wirtschaftlichen Effekte ergeben sich im Wesentlichen durch die Nutzung des selbst erzeugten Stromes auf der Kläranlage, welcher dann nicht vom Netzbetreiber eingekauft werden muss. Auch die Realisierung einer eigenen Schlammentwässerung, die den Einkauf von Fremdleistungen erübrigt, wirkt positiv auf die Kostenstruktur des Verbandes. Die im Prozess erzeugte Wärme wird einerseits für die Beheizung des Faulturmes benötigt und der Überschuss steht für Heizzwecke zur Verfügung. 

Im Ergebnis wird auch der kläranlagenbezogene CO2-Ausstoß um 215 t/a reduziert. 

Das Bauvorhaben soll in der Zeit von 2020 bis Mitte 2022 realisiert werden und wird durch den Projektleiter, Herrn Wachsmuth, Leiter Technische Planung betreut.